Der Gemeine Bocksdorn (Lycium barbarum) ist ein Nachtschattengewächs (Solanaceae) aus der Gattung der Bocksdorne (Lycium). Die Pflanze ist ein Neophyt und wird auch Gewöhnlicher Bocksdorn, Gemeiner Teufelszwirn, nur Teufelszwirn oder Hexenzwirn oder Chinesische Wolfsbeere genannt. In China heißt sie Níngxià gǒuqǐ (chinesisch 宁夏枸杞 ‚Gǒuqǐ aus Ningxia‘), im englischsprachigen Raum Goji oder Wolfberry. Sie wird als Zierpflanze verwendet und ist Bestandteil der chinesischen Küche und der traditionellen chinesischen Medizin.

Der Gemeine Bocksdorn ist ein sommergrüner Strauch, der zwei bis vier Meter hoch werden kann. Seine rutenförmigen, meist stachligen Äste hängen bogenartig herab und tragen längliche, graugrüne Blätter, die zwei bis drei Zentimeter breit und drei bis zehn Zentimeter lang werden und einzeln oder gegenständig am Ast sitzen. Die Blütezeit des Gemeinen Bocksdorns ist von Juni bis August und teils bis September. Der Blütenkelch ist vier bis fünf Millimeter im Durchmesser, glockenförmig und violett.

Die leuchtend roten oder orange-gelben, länglichen bis eiförmigen, 0,4 bis 2 mm breiten und 5 bis 12 mm langen Früchte reifen von August bis Oktober und verbreiten ihre Samen mithilfe der Tiere, von denen sie gefressen werden. Jede einzelne Frucht enthält 4 bis 20 braun-gelbe runde Samen mit einem Durchmesser von etwa zwei Millimetern.Die Pflanze gilt als sehr winterhart und verträgt Frost bis −25 °C.

Wo die eigentliche Heimat des Bocksdorns liegt, ist unklar. Sein natürlicher Standort ist von Südosteuropa bis China zu finden. Eine typische Wolfsbeerenregion in China ist Ningxia. Von dort breitete er sich als Kulturpflanze nach ganz Asien, Europa, Nordamerika, Nordafrika und Australien/Neuseeland aus. Andere geben als Verbreitungsgebiet nur den Mittelmeerraum an.

 

Verwendung:

Küche: Bocksdorn wird in China zum Kochen und in der Naturheilkunde verwendet. Im Sommer und Herbst werden die Früchte geerntet und in der Sonne getrocknet. Die Früchte werden gekocht oder, wenn es süße sind, auch roh gegessen; einige Varianten sind sehr sauer. Blätter von Jungpflanzen werden auch als Blattgemüse verwendet. In Europa wird der Fruchtsaft von einigen Herstellern angeboten.

Lagerung: Die Beeren können eingefroren oder in getrocknetem Zustand aufbewahrt werden.

Mögliche medizinische Effekte: Die Goji-Beere sei gesund, aber sie habe normalem Obst und Gemüse nichts voraus, fasst der Ernährungswissenschaftler Emilio Martínez de Victoria von der Universität Granada zusammen. Frühere Vermutungen, der Bocksdorn würde Hyoscyamin enthalten, gehen fast ausnahmslos auf eine Arbeit von 1890 zurück und konnten seitdem nicht bestätigt werden. Aktuelle pharmakologische Untersuchungen widerlegen diese Aussagen.

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen insbesondere der Inhaltsstoffe Zeaxanthin und Lutein in Laborstudien postulierten medizinische Effekte:

  • Extrakte aus gemeinem Bocksdorn sollen vor Zerstörung des optischen Nervs schützen, wenn ein Glaukom vorliegt.
  • Polysaccharide aus der Pflanze haben immunmodulierende Wirkung.
  • Aussagekräftige Laborstudien und klinische Studien nach Standardbedingungen zur Wirksamkeit gegen Krebs existieren bislang nicht.
  • Wässrige Extrakte aus gemeinem Bocksdorn haben nach einigen Studien starke antioxidative Eigenschaften.

Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA untersuchte eine Reihe von Studien, die behaupteten, dass Goji-Beeren die Körperzellen vor freien Radikalen und oxidativem Stress aufgrund ihres Gehalts an Antioxidantien schützen würden und kam zu dem Schluss, dass die bisher vorhandenen wissenschaftlichen Evidenzen nicht ausreichten, um diese Behauptung sicher zu belegen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung "gibt es keine Hinweise auf schädliche Wirkungen der Gojibeeren" für den Verzehr von Gojibeeren in üblichen Mengen (50 g getrocknete Gojibeeren entsprechend ca. 66 mg Zeaxanthin). 

 

 
 

 

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