Hanf (Cannabis) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Hanfgewächse. Hanf ist eine sehr alte Nutzpflanze, die auf natürliche und nachwachsende Weise Rohstoffe liefert. Aus und mit Hanf werden heute hochwertige Lebensmittel, Rohstoffe für die Industrie, Kosmetikprodukte, hautfreundliche und haltbare Naturtextilien gewonnen. Die ätherischen Ölen, die aus Blättern und Blüten gewonnen werden, werden für Zusatzstoffe für Lebensmittel und natürliche Duftzusätze für Waschmittel verwebdet. Zusätzlich kann Hanf als Tee genossen werden.

Hanftee ist ein völlig legales Genussmittel. Er wird nicht aus Rauschhanf, der nur in der Medizin erlaubt und eingesetzt wird, sondern aus Speisehanf gewonnen. Der Unterschied zwischen Nutz- oder Speisehanf und Rauschhanf, ist die Menge des Rausch-Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC). Die in Deutschland und Österreich legale Grenze von weniger als 0,2 % THC, ist auch bei größerem Konsum völlig unbedenklich. 

Neben seinem besonderen Aroma  wirkt Hanf-Tee beruhigend und ausgleichend. Er reinigt und entschlackt unseren Körper und ist dabei frei von Koffein und Gerbstoffen. Unter medizinischem Gesichtspunkt wird ihm eine hilfreiche Wirkung bei Migräne, Krämpfe, Schlaf- und Stimmungsprobleme sowie bei Schmerzen zugeschrieben. Anwender berichten auch von einer appetitregulierenden Wirkung im Rahmen einer Diät und nehmen vor den Mahlzeiten eine Tasse Hanftee zu sich. 

Hanffasern sind der Rohstoff für sehr widerstandsfähige Textilien. Kultur-Hanf ist als Nutzpflanze erstmals um 2800 v. Chr. in China in Gebrauch gekommen, das älteste erhaltene Hanfprodukt ist ein Textilfragment aus einem Grab der Chou-Dynastie (1122 bis 249 v. Chr.). Ebenfalls in China ist eine erste Verwendung für Hanf-Papier (die erste bekannte Verwendung von Papier überhaupt) zwischen 140 und 87 v. Chr. belegt. Von der Antike bis tief ins 20. Jahrhundert war Hanf ein anerkannter und unentbehrlicher Rohstoff zur Herstellung einer Vielzahl von Gegenständen, darunter Kleidung, Taue und Takelagen für Schiffe und Papier.

In den Jahren nach 1985 kam es zu einem regelrechten Hanf-Boom, der den Anwendungen der Nutzpflanze immensen Vortrieb einbrachte. Im Zuge dieser Hanfwelle entstanden in aller Welt Strukturen, die sich für eine Normalisierung der gesetzlichen Lage oder schlicht eine vollständige Legalisierung einsetzten. Das weltweit wachsende Engagement und der damit wachsende politische Druck führten dazu, dass man sich auf europäischer Ebene mit Hanfanbau beschäftigte und heute mehrere Nutzhanf-Sorten in der EU zum Anbau erlaubt sind.

Hanf ist als nachwachsender Rohstoff wegen seiner problemlosen Zucht und vollständigen Nutzbarkeit beliebt. Es werden keinerlei Herbizide benötigt, weil die Pflanzen bereits nach wenigen Tagen den Boden vollständig beschatten, sodass kein Unkraut mehr Licht findet. Außerdem ist er äußerst schädlingsresistent und pflegeleicht. Hanf produziert mehr Biomasse als jede andere heimische Nutzpflanze.

In der Wirtschaft ist Hanf äußerst vielseitig einsetzbar und wird wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt.

 

Hanf als Arzneimittel: Cannabis als Arzneimittel Die pharmakologischen Wirkungen von Cannabis sind in jüngster Zeit stark in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt. Verantwortlich für die Wirkungen sind Inhaltsstoffe, die als Cannabinoide bezeichnet werden; allen voran Δ9Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Gut dokumentiert und nachgewiesen ist die Wirksamkeit des Cannabis in der Schmerztherapie, bei multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen und Kachexie. Viele Studien weisen auf das arzneiliche Potential von medizinischem Cannabis bei gewissen Krebsformen, psychiatrischen Symptomen (z.B. Schlafstörungen, Angststörungen, ADHS, bipolare Störungen, schizophrene Psychosen, endogene Depressionen), entzündlichen Schmerzsyndromen (z.B. Colitis ulcerosa, Arthritis), sowie bei Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Crohn) hin.

Die medizinische Anwendung von Cannabis und Cannabinoiden wird derzeit intensiv erforscht. Die Verschreibungsfähigkeit von Cannabisblüten und Cannabisextrakte ist national unterschiedlich geregelt. In Deutschland ist Cannabis („Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen“) ein verkehrs- und verschreibungsfähiges Arzneimittel – sofern es sich um „Zubereitungen, die als Fertigarzneimittel zugelassen sind“ handeln. In Österreich sind Zubereitungen aus Cannabisextrakten gemäß § 14 Zif. 3 Suchtgiftverordnung verschreibbar. In Belgien, Holland, Spanien, Italien, Finnland, Portugal, Tschechien, Israel, Kanada, Großbritannien, Neuseeland und 20 Bundesstaaten der USA kann Cannabis oder seine Wirkstoffe arzneilich genutzt werden.

Als Medizinalhanf kommen sowohl Cannabis sativa als auch Cannabis indica zur Verwendung. Kulturhanf wird nur selten, in weitgehend naturbelassener Form, als Hanföl und ätherisches Hanföl eingesetzt. Häufiger dient er als Grundstoff zur Gewinnung zugelassener Arzneimittel wie beispielsweise Dronabinol, da Nutzhanf nur pharmakologisch unwirksame THC-Gehalte von unter 1 % aufweist.

 

Hanf als Rauschmittel: Die getrockneten, meist zerkleinerten harzhaltigen Blütentrauben und blütennahen, kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden Marihuana oder umgangssprachlich Gras genannt und nach dem Trocknen konsumiert. Das extrahierte Harz wird auch zu Haschisch oder Haschischöl weiterverarbeitet. In Deutschland ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Hauptsächlich psychoaktiv ist das Cannabinoid THC. THC beeinflusst unter anderem das Zentralnervensystem des Menschen. Es ist vorrangig für relaxierende, sedierende und antiemetische Wirkungen verantwortlich.

 

 
 

 

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